Drohnen als Lebensretter

Multikopter fliegen macht Spaß. Doch längst übernehmen die kleinen unbemannten Flugobjekte immer mehr wichtige Aufgaben, und: Sie werden auch bei lebensrettenden Missionen immer wichtiger. Nicht nur zur Überwachung und Aufklärung sind Drohnen nützlich. Inzwischen sind sie direkt an der Rettung von Menschenleben beteiligt.

 

 

Drohnen im Feuerwehreinsatz

Bei Feuerwehren, Betriebsfeuerwehren und Katastrophenschutzeinsatzkräften finden sich für Drohnen weite Einsatzbereiche. Da geht es um die Lageklärung und Brandherd-Feststellung vor allem bei Großbränden, um die Frage ob Dachkonstruktionen instabil sind, und natürlich die Vermisstensuche in brennenden Gebäuden sowie die Gefahrenabwehr bei Chemieunfällen. Dafür hat der französische Hersteller Parrot mit der Bebop-Pro Therminal mit der Wärmebildkamera Flir One Pro eine auf Feuerwehreinsätze spezialisierte Drohne im Angebot, die 25 Minuten Flugdauer bietet und für Preise von um die 1.500 Euro gehandelt wird. Auch die Quadrokopter-Spezialisten von DJI Innovations haben eine Drohne zur Thermografie und Luftbilddokumentation entwickelt, welche die Arbeit der Feuerwehren erleichtern soll, wie das DJI Zenmuse XT-System mit dem Kamera-Gimbal-Verbund, das am Profi-Quadrocopter DJI Inspire 1 verwendet werden kann,

Nun hat der Bund erkannt, dass Hilfskräfte vor allem auch Rechtssicherheit brauchen beim Drohneneinsatz. Dem hat auch der Bundesrat Rechnung getragen, und einige Punkte der Drohnenverodnung speziell für Rettungskräfte überarbeitet 1. Nun sind Feuerwehren und vergleichbare Dienste von der Kenntnis-Nachweispflicht befreit, ihre Einsatzbereiche dürfen nun von anderen privaten Drohnen nicht mehr überflogen werden und auch das Sichtfluggebot wurde für Rettungskräfte gekippt. Drohnen können demgemäß ohne Sichtverbindung auch dort eingesetzt werden, wo ansonsten eine Lageerkundung kaum möglich wäre.

 

Drohnen bei der Wasserrettung

In der Wasserrettung im Küstenbereich, an Flüssen und Seen können Drohnen ebenfalls zu Lebensrettern werden. Drohnen helfen Vermisste und Ertrinkende rechtzeitig lebend zu finden. Droht der Tod durch Ertrinken, zählt jede Minute. Kämpft ein Mensch im Wasser ums Überleben, kann die anfliegende Drohne ihm signalisieren, dass Hilfe kommt und ihn so lange mit einer speziell konstruierten von der Drohne abgeworfenen Rettungsboje über Wasser halten. Kürzlich hat die DLRG Horneburg/Altes Land an einer Elbinsel bei einer Übung die neuen Möglichkeiten demonstriert. Eine mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne vom Typ md4-1000 von microdones sucht einen Vermissten und übermittelt die gefundene Position an die Rettungsleistelle. Die kann dann die nächstpositionierten Retter sofort genau dort hinschicken. Die sich selbst aufblasende Rettungsboje RESTUB wurde extra für diese spezielle Einsatzform konstruiert. Einmal abgeworfen, braucht der Ertrinkende nur nach ihr zu greifen und kann sich an ihr über Wasser halten, bis die Retter da sind. Die DLRG zeigte sich sehr angetan von den neuen Möglichkeiten, die sowohl die Zahl der nötigen Rettungskräfte durch den Wegfall zeitraubender Suchaktionen reduziert als auch alle zur Verfügung stehenden Retter dann schnell und punktgenau zu dem Hilfsbedürftigen führt. Die Drohnen sind von der Deutschen Flugsicherung und die Deutsche Telekom Drohnen mit speziellen Mobilfunkmodulen und GPS ausgestattet. So kann sie auch aus größeren Entfernungen über das LTE-Netz gesteuert 2 werden, wenn keine Sichtverbindung besteht.

 

Multikopter in Krisen- und Katastrophengebieten

Multikopter in Aufklärungsmissionen sind auch zur Verwendung in Krisen- und Katastrophengebieten äußerst nützlich. In Katastrophengebieten wie bei Hochwasser und Sturmfluten können Drohnen den Zustand von Deichen und die Deichbruchgefahr einschätzen helfen und dazu beitragen, die Hilfskräfte optimal einzusetzen und hilfsbedürftige Personen aufzuspüren. Auch bei Erdbeben kann die Drohne Leben retten, wenn sie mit einer Wärmebildkamera verschüttete Überlebende aufspüren kann. Nicht nur bei Naturkatastrophen, sondern bei allen Arten von Krisen und selbst bei Terrorbedrohungsszenarien  werden bereits Drohen eingesetzt um Verdächtige aufzuspüren oder Opfer zu lokalisieren. Dabei erfolgt die Beobachtung und Lageklärung aus sicherer Entfernung ohne Menschenleben zu gefährden. Viele diese Arbeiten können heute bereits handelsübliche Multikopter wie die DJI Inspire oder die DJI Phantom 3 leisten. Besonders Übertragungssysteme wie das DJI Lightbridge können so zwei Kilometer überbrücken.

 

Defikopter können Leben retten

In Deutschland erleiden Jahr für Jahr rund 60.000 Menschen einen Herzstillstand, doch nur jeder Zehnte überlebt diesen. Bei der großen Mehrheit dieser Patientengruppe kommt jede Hilfe also zu spät. Vor allem auf dem Land lebende Menschen haben schlechte Überlebenschancen. Selbst wenn das Herz nach zehn oder zwanzig Minuten von eintreffenden Helfern wieder zum Schlagen gebracht und wieder sauerstoffspendendes Blut durch die Adern pumpt, sind die Schäden am Gehirn meist irreparabel. Dabei ist es längst erwiesen, dass auch von Laien mit Defibrillatoren lebensrettende Hilfe geleistet werden kann. Deshalb sind Defibrillatoren heute in vielen öffentlichen Gebäuden und in allen Rettungswagen zu finden. Darüber, wie man schnell Hilfe zu Menschen mit Herzstillstand in abgelegeneren Gegenden bringen kann hat sich der Arbeitersamariterbund (ASB) Gedanken gemacht und wurde von einem Projekt der TU Delft mit einer Ambulanz-Drohne inspiriert. Die Kombination Drohe und Defibrillator 3 schien da sinnvoll. Die Dohne führt einen Defibrillator mit, den sie beim Patienten abwerfen kann. Jeder Laie kann damit das Leben des Patienten retten. Defikopter wird diese Drohne nun genannt.

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  1. Drohnenverodnung speziell für Rettungskräfte überarbeitet
  2. über das LTE-Netz gesteuert
  3. Kombination Drohe und Defibrillator

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