Drohnen Versicherungspflicht

Drohnen sind ein boomender Freizeittrend. Die handlichen Miniflieger sind für kleines Geld zu haben und bieten besonders als Foto- und Filmdrohnen faszinierende Möglichkeiten. Kein Wunder also, dass mittlerweile rund 600.000 Kopter an Deutschlands Himmel unterwegs sind.

 

 

Brauchen all diese kleinen Fluggeräte eine Drohnen Versicherung?

Informieren, vergleichen und dann fliegen

Ja, aber warum ist das so? So viel neuer Flugverkehr bringt auch ganz neue Gefahren mit sich. Zusammenstöße und Abstürze bei Flugfehlern sind immer möglich. Dabei können auch durch Drohnen beträchtliche Schäden entstehen. Personen können zu Schaden kommen, Stromleitungen und Bahnoberleitungen können beschädigt werden und zu großen wirtschaftlichen Schäden bei den Betreibern führen. Außer Kontrolle geratene Drohnen können in den Straßenverkehr oder Menschenansammlungen stürzen. Der wohl spektakulärste Drohnen-Absturz wurde 2015 vom Fernsehen live übertragen. Beim Slalom-Skiweltcup in Madonna die Campiglio war gerade der Weltcupführende Marcel Hirscher auf der Piste unterwegs, als eine abstürzende Drohne nur haarscharf hinter ihm aufschlug.

Damit Geschädigte finanziell entschädigt werden, besteht für Drohnen in Deutschland eine Versicherungspflicht. Geregelt ist das im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 43 (1-3) 1, denn bei jedem Start steigen die Kopter in den Luftraum auf. Halter von Drohnen, die rechtlich als unbemannte Luftfahrzeuge gelten, müssen demnach eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung abschließen, die von der Drohne ausgehende Schäden abdeckt. Wird der Versicherungspflicht 2 nicht nachgekommen, können Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Also: Erst versichern, dann fliegen.

 

!Was musst Du nun bei einer Drohnen Versicherung beachten? Was ist gesetzlich vorgeschrieben für Privatleute, reicht da die Privathaftpflicht? Was ist bei gewerblicher Drohnennutzung zu beachten?

 

Zusatz zur privaten Haftpflicht oder Luftfahrt-Haftpflichtversicherung bei Privat-Nutzung

Weil Drohnen als unbemannte Luftfahrzeuge gelten, sind sie in bestehenden privaten Haftpflichtversicherungen nicht versichert. Viele Versicherungsgesellschaften bieten aber die Möglichkeit, gegen eine Zusatzprämie Drohnen per Vertragszusatz als versichertes Risiko mit aufzunehmen. Mit einer entsprechenden Bescheinigung wird der vom Gesetz geforderten Versicherungspflicht Genüge getan. Das gilt natürlich nur bei rein privater Drohnennutzung.

So weit so gut. Doch genauer betrachtet, sind damit für Dich als Drohnenhalter beileibe nicht alle Risiken abgedeckt. Nach dem Luftfahrtgesetz haftest Du als Halter der Drohne für jeglichen Schaden, und das in voller Höhe, also unbegrenzt. Dabei ist es gleich, ob Du für diesen Schaden verantwortlich bist oder nicht. Es gilt das Prinzip der Gefährdungshaftung für Luftfahrzeuge 3.

Eine private Haftpflichtversicherung zahlt aber ausschließlich nach dem Verschuldensprinzip 4, also beispielsweise bei einem Steuerfehler, nicht aber bei einem Schaden, der durch einen Defekt verursacht wurde oder bei höherer Gewalt, beispielsweise bei einer Windböe. Zahlen musst Du den Schaden dann aus der eigenen Tasche. Bei der Privathaftpflicht besteht dafür kein Versicherungsschutz.

 

!Einen umfassenden Schutz für die Gefährdungshaftung bei Drohnenflügen bietet also nur eine spezielle Luftfahrt-Haftpflichtversicherung.

 

Haftpflichtversicherung bei privater Drohnennutzung

Bedenke bitte vor dem Versicherungsabschluss die engen Grenzen des Begriffs „privat“. Wenn Du nach dem Flug Filme oder Bilder Deiner Drohnenkamera auf Webseiten oder Portalen publizierst, auf der Du mit Affiliatelinks Geld verdienst, ist das bereits eine gewerbliche Nutzung. Das solltest Du unbedingt vor Vertragsabschluss beachten.

Was sollte nun eine Drohnen Versicherung für die private Nutzung leisten?

Drohnen Versicherung auch bei privater Nutzung

In erster Linie wichtig ist natürlich die Gefährdungshaftung. Die wird von allen Luftfahrt-Haftpflichtversicherungen geboten. Wichtig ist weiter der Geltungsbereich der Drohnen Versicherung. Überlege also, ob Deine Kopter nur in Deutschland fliegen werden, oder auch im Urlaub im Ausland. Dafür stehen meist die Optionen Deutschland, Europa oder weltweit ohne USA und Kanada zur Wahl

Wichtig auch im privaten Bereich ist die so genannte „offene Führerklausel“. Sie bedeutet die Schadensübernahme, auch wenn nicht Du selbst, sondern eine von Dir als Drohnenhalter autorisierte dritte Person die Drohne gelenkt hat. Das kann beispielsweise ein Freund sein.
Besitzt Du mehrere Drohnen oder planst die Anschaffung eines weiteren Kopters, solltest Du die Option „unechte Mehrgerätedeckung“ mit abschließen. Diese Option bedeutet, dass alle Deine Drohnen versichert sind, wobei aber nur eine gleichzeitig in der Luft sein darf. Willst Du mehrere Drohnen gleichzeitig in der Luft haben, solltest Du Dich für die „echte Mehrgerätedeckung“ entscheiden. Dann kannst Du je nach Versicherung 4-5 Drohnen gleichzeitig in der Luft haben.

Besonders wichtig ist die Wahl der Deckungssumme Deiner Drohnen Versicherung. Bedenke bitte, dass auch kleine Fluggeräte wie Drohnen ganz erhebliche Schäden und Folgeschäden verursachen können. Daher empfehlen wir Dir eine Deckungssumme von nicht weniger als 3 Millionen Euro.

 

Haftpflichtversicherungen für gewerbliche Drohnennutzung

Der Bereich für gewerbliche Drohnen-Nutzungen ist überaus vielfältig, und so gibt es längst spezielle Tarifanpassungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Risiken bei beruflicher Drohnennutzung.

Noch einmal sei daraufhin gewiesen, dass der Übergang von der privaten Nutzung zum Gewerbe sehr eng gezogen ist. Jegliche Gewinnabsicht (Affiliatelinks) bei der Veröffentlichung von Filmen oder Fotos auf der eigenen Webseite oder auf Plattformen wie YouTube gilt bereits als gewerbliche Verwendung.

Professionelle und verwacklungsfreie Fotos und Filme mit fantastischen neuen Perspektiven werden gesucht und ihre Vermarktung ist zumindest ein lukratives Zubrot. Auch für diese Drohneneigner muss also ein Drohnen Versicherung für Profis her.

Du solltest Dich dann an Tarifangeboten für Fotografen, Filmemacher und Journalisten orientieren.

Eine Luftfahrt-Haftpflichtversicherung für Dich sollte dann diese Inhalte haben

• Volle Übernahme der Gefährdungshaftung und nicht nur der Haftung bei schuldhaftem Verhalten des Drohnenpiloten
• Offene Pilotenklausel, bei der jede berechtigte Person die Drohne fliegen darf
• Einschluss aller Deiner Drohnen im privaten und gewerblichen Bereich- Wähle je nach persönlicher Situation ob nur jeweils eine oder alle Deine Drohnen (meist max. 4-5 erlaubt) gleichzeitig in der Luft sein dürfen
• Eine ausreichend hohe Deckungssumme von 3 Millionen Euro
• Keine Selbstbeteiligung
• Einschluss von Drohnen bis zu einem Gesamtgewicht von 25 kg
• Einschluss der Privatverwendung und der Teilnahme an Wettbewerben
• Geltungsbereich je nach Bedarf Deutschland, Europa oder weltweit (außer USA/Kanada)
• Option zum Einschluss einer Kaskoversicherung, die Schäden am eigenen Kopter übernimmt, denn gerade bei Geräten, die für den professionellen oder semiprofessionellen Einsatz bestimmt sind, kann die Reparatur schnell ins Geld gehen.
• Besitzt Du schwere, hochwertige Multicopter, achte darauf, dass alle Drohnen bis zum Gesamtabfluggewicht von bis zu 25 Kg mitversichert sind.

Neben diesen Tarifoptionen gibt es für nahezu jedes denkbare Gewerbe spezielle Anpassungen. Zum Beispiel für Shops, die Multicopter der verschiedensten Art und Ausstattung vermieten. Hier kannst Du auch Dein favorisiertes Modell einmal mieten, um es ausgiebig zu testen, bevor Du ihn Dir kaufst. Zahlreiche Shops bieten auch die Möglichkeit den getesteten Kopter bei Gefallen zu kaufen, Da sind natürlich besonders flexible Versicherungskonzepte gefragt. Das betrifft sowohl den Geltungsbereich, die Versicherungsdauer, den ständigen Wechsel der Zahl der versicherten Drohnen bis hin zur Selbstbeteiligungen im Kaskobereich. In diesem und anderen Gewerben mit mehreren Drohnen im gewerblichen Einsatz werden sowohl Individual- als auch Pauschaltarife angeboten

 

Kurzzeit-Drohnenhaftpflichtversicherung

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Drohnen Versicherungen mit Kurzzeittarif können mit Laufzeiten von 1 bis 30 Tagen abgeschlossen werden. Diese Kurzzeitversicherungen werden sowohl für Gewerbebetriebe als auch für Privatpersonen angeboten. Sie sind für alle Drohnennutzer sinnvoll, die nur kurzzeitig eine Drohne benutzen wollen. Im Privatbereich ist das vor allem sinnvoll, wenn Du bei einem Kopter-Vermieter nur einmal für kurze Zeit eine Drohne mieten willst, beispielsweise am Urlaubsort. Im gewerblichen Bereich ist sie besonders sinnvoll bei der Anmietung für einzeln eoder besondere Aufträge.

Die meisten Versicherer bieten weltweite (außer USA und Kanada) Versicherungen an mit einer Deckungssumme von in der Regel drei Millionen Euro. Die Anzahl der Drohnenpiloten ist meist unbegrenzt, meist ist keine Selbstbeteiligung vorgesehen. Der Vertrag endet mit Ablauf der Versicherungszeit automatisch ohne extra Kündigung. Der Versicherungsschutz beginnt in der Regel sofort bei Versicherungsabschluss, die Unterlagen werden sofort ausgehändigt oder zugemailt.

 

Die Kasko-Versicherung für Drohnen

Du kennst Kasko-Versicherungen sicher vom Auto her. Die Haftpflichtversicherung tritt nur für die Schäden ein, die Du an Personen oder Sachen Dritter verursachst, für die Schäden am eigenen Auto tritt sie nicht ein, dafür brauchst Du eine Kaskoversicherung. Bei der Drohnen Versicherung schützt die Kasko Dich vor den finanziellen Belastungen durch Schäden an Deiner Drohne.

Aber braucht man die Kasko auch als Drohnen Versicherung? Sicher kann man darauf verzichten, wenn der eigene Multikopter eher im Niedrigpreisbereich liegt. Bist Du aber Eigner von einer oder gar mehreren höher- bis hochwertigen Fluggeräten lohnt sich dieser Schutz. Bis Du noch Anfänger mit dadurch bedingtem größeren Unfallrisiko, und hast Dir gleich eine Höherwertige Drohne zugelegt, wäre der Abschluss einer Kaskoversicherung ebenfalls erwägenswert.

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  1. Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 43 (1-3)
  2. Versicherungspflicht
  3. Gefährdungshaftung für Luftfahrzeuge
  4. Verschuldensprinzip

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